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Ein Ansatz für Nachhaltigkeit: (Mikro-) Versicherungen in Schwellen- und Entwicklungsländer

Helfen (Mikro-) Versicherungen die Ziele für nachhaltige Entwicklung zu realisieren? Teil I

Unter den aktuellen weltwirtschaftlichen Entwicklungen leiden Entwicklungs- und Schwellenländer besonders. Der Angriffskrieg in der Ukraine, die Klimaveränderungen und die Langzeitfolgen von Covid belasten extrem. Ein Mittel, die Bevölkerung zu unterstützen und ihnen die Möglichkeit zu geben, auf eigenen Beinen zu stehen, ist die von Muhammad Yunus weiterentwickelte Idee der Mikrofinanzierungen.

Während diese inzwischen ein etabliertes Konzept in Schwellen- und Entwicklungsländern sind, hat sich die Mikroversicherung noch nicht in ähnlichem Maße durchgesetzt, obwohl auch sie bereits seit über 15 Jahren existiert. Kurz gesagt sind Mikroversicherungen Versicherungsdienstleistungen, die genau auf die Zielgruppe der armen Bevölkerung abgestimmt sind.[1]

Sie zahlen auf die Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN (SDG= sustainable development goals) in verschiedenster Art ein. So können zwei Prioritäten unterschieden werden. Es gibt SDGs, deren Realisierung direkt und unmittelbar durch Mikroversicherungen unterstützt werden und es gibt SDGs die mittelbar beeinflusst werden. In einer Reihe von Blogbeiträgen sollen Einflüsse und Wirkungen auf die Ziele nachhaltiger Entwicklung näher betrachtet werden.

Die unmittelbar beeinflussten SDGs sind folgende:

  1. Keine Armut
  2. Kein Hunger
  3. Gute Gesundheit und Wohlergehen
  4. Geschlechtergleichstellung
  5. Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
  6. Maßnahmen zum Klimaschutz

Wenn in den nachfolgenden Beiträgen Beispiele für die Einflüsse auf die SDGs beschrieben werden, sollte man im Hinterkopf behalten, dass natürlich der Sinn von Versicherungen auch hier der gleiche bleibt – die Absicherung der Menschen und deren Risiken. Die Wirkungen von (Mikro-) Versicherungen in Entwicklungs- und Schwellenländern ist allerdings sehr viel höher als bei uns. Während bei uns eine Krankenzusatzversicherung durch eine gesetzliche Krankenkasse nicht abgedeckte Risiken übernimmt, gibt es in vielen Entwicklungsländern erst gar keine Krankenversicherung, die Grundleistungen abdeckt. Auch können die meisten Menschen in Deutschland individuelle Gesundheitsleistungen sogenannte IGEL-Leistungen bezahlen. Dieses ist in Afrika nur selten der Fall. Somit ist die Auswirkung einer Krankenversicherung auf die arme Bevölkerung ungleich höher als die einer Krankenzusatzversicherung bei uns.

In den folgenden Beiträgen in den kommenden Wochen soll nur anhand von drei Beispielen (SDG 1, 5, 13) die Wirkung grundsätzlich aufgezeigt werden. Die Unterstützung der anderen SDGs ist daraus ableitbar.

Ansprechpartner für das Thema Mikroversicherung ist Manuela von Göler.

Siehe dazu:

  • GIZ (Hrsg.): Inclusive Insurance and the sustainable development goals, Eschborn, 2017.

[1] “Microinsurance is the protection of low-income people against specific perils in exchange for premium payments proportionate to the likelihood and cost of the risk involved.” (Churchill, C. (2006). What is insurance for the poor? In: C. Churchill (Ed.), Protecting the poor: A microinsurance compendium (1st ed., pp. 12-24). International Labor Organization (ILO)).

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AAA goes Metaverse

Im Presseranking des ablaufenden Jahres 2022 erreicht das „Metaverse“ in der Rubrik Innovation und Trends ganz sicher einen der vorderen Plätze. Ob es nun in Analogie zum Smartphone die Schlüsselinnovation zur nächsten oder übernächsten Stufe der Digitalisierung wird oder doch eher ein nettes Feature für Gamer und Nerds bleibt, ist sicher noch nicht geklärt.

Unbestritten ist das Metaverse aber eine spannende Innovation mit Raum für viel Fantasie. Das Spannungsfeld reicht von einer effizienten und begeisternden Abdeckung einzelner Use-Cases bis zur einer neuen, hybriden Welt, in der reale und digitale Elemente zusammenwachsen und so völlig neue Chancen eröffnen.

Damit ist klar, dass wir als zukunftsorientiertes, innovatives Beratungshaus nicht nur beobachten und diskutieren wollen, sondern das Metaverse ausprobieren. Uns interessiert:

  • Wie fühlt es sich an in der digitalen Welt?
  • Welche Plattformen, Features und Tools gibt es? Welche braucht man? Was hilft und ggfs. auch was stört?
  • Wie belastbar sind die fantasievollen Ideen, wem nutzen Sie und wer profitiert?
  • Ist die benötigte Technologie ready for use oder zumindest auf dem Weg dahin?
  • Wann erlangen erste Futures Marktreife oder etablieren sich?
  • Welche Einsatzszenarien sind zu erwarten oder erweisen sich als besonders attraktiv? Eignen sich vertriebliche Prozesse eher als Schulungen, Ausbildung oder Konferenzen? Sind die tatsächlichen Schlüsselfunktionen noch zu erfinden?
  • Welche Voraussetzungen muss ein Unternehmen schaffen, um Teil des Metaverse zu werden, als Anbieter oder als Nutzer? Welche Kompetenzen müssen dazu entwickelt oder aufgebaut werden? Welche Spielregeln sind zu vereinbaren?
  • Wann ist an regulatorische Anforderungen wie Datenschutz oder Dokumentationspflichten zu denken? Gleich zu Beginn oder eher nachgelagert?

Mit der AAA-Metaverse-Community gehen wir diese Themen und Fragen an. Für uns hat Verstehen auch in der digitalen Welt mit anfassen zu tun. Das machen wir.

Gern würden wir uns dazu auch mit anderen vernetzen. Interessierte, Neugierige, Gestaltende, aber auch Orientierungssuchende sind bei uns willkommen. Also los, der Austausch mit Michael Fenz ist nur eine Kontaktaufnahme entfernt.

Daten

AAA engagiert sich in der neuen Arbeitsgruppe des DAV

AAA engagiert sich in der neuen Arbeitsgruppe des DAV

Bestandsmigrationen rücken immer mehr in den Mittelpunkt der IT-Strategien der Versicherungsunternehmen.

Aktuarielle Expertise und Erfahrung sind ein ganz wesentlicher Erfolgsfaktor für erfolgreiche Migrationsvorhaben. In der DAV (Deutsche Aktuarvereinigung e. V.) hat sich eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit Bestandsmigrationen in der Lebensversicherung beschäftigt. Als unabhängiges Beratungsunternehmen haben wir in den vergangenen Jahren umfassende Erfahrungen in verschiedenen Projektrollen in Migrationsprojekten gesammelt und weitreichende Expertise dazu aufgebaut.

Als Spezialist für Migrationsvorhaben freuen wir uns, ab sofort unsere fachliche und methodische Lösungskompetenz in die Arbeit der DAV einzubringen zu können. Gerne bringen wir unseren Beitrag zur Positionsbestimmung, Orientierung sowie zur erfolgreichen Berücksichtigung von Innovationen in einem spannenden Umfeld ein.

Unser Kollege Gerald Heger wird sich in der Arbeitsgruppe mit seiner langjährigen Erfahrung aus der Praxis aktiv engagieren.

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Sensorbasierte Unfallerkennung – Welche Technologien Versicherer heute nutzen können, um Kunden zu begeistern und Daten für sich nutzbar zu machen

Nach einem Autounfall direkt an der Seite des Kunden zu sein, ist für KFZ-Versicherer enorm wichtig. Es schafft hohe Kundenzufriedenheit, weil ein erfahrener Sachbearbeiter den Geschädigten durch die Stresssituation begleitet und den Schaden effizient und zeitnah steuern kann. Letzteres vermeidet Aufwände für Werkstätten und Sachverständige außerhalb des Partnernetzwerks sowie für Anwälte. In der Praxis erfährt der Versicherer jedoch häufig erst im Nachhinein vom Schadenereignis und kann somit für Kunden sowie Unfallgegner keine optimalen Lösungen platzieren.

Sensorbasierte Unfallmelder stellen eine Möglichkeit dar, eine „Automated First Notification of Loss“ beim Versicherer als Startpunkt für eine Schadenregulierung auszulösen. In der Praxis sind drei Varianten mit unterschiedlichen technischen Reifegraden gängig.

1. Moderne, mit dem Internet vernetzte Autos besitzen Sensoren ab Werk, die eine Vielzahl an Messwerten generieren. Ein Algorithmus erkennt durch die entsprechende Interpretation dieser Daten, wenn das Fahrzeug in einen Unfall verwickelt ist. Diese Informationen können Versicherern vom Fahrzeughersteller zur Verfügung gestellt werden.

2. Für ältere Modelle gibt es die Möglichkeit, einen nachrüstbaren Sensor im Wagen anzubringen, der möglicherweise weniger präzise Daten als vorinstallierte Sensoren liefert, aber unabhängig vom Autobaujahr ist.

3. Zudem kann ein Smartphone als Sensor fungieren. Da dieses im Normalfall nicht fest mit dem Fahrzeug verbunden ist, ist die Datenqualität sowie die Wahrscheinlichkeit der Unfallerkennung am geringsten. Allerdings stellt es bei der Distribution die kostengünstigste Alternative dar und durch gesammelte Unfalldaten kann der Erkennungsalgorithmus sukzessive verbessert werden, weshalb die Lösung hohe Potentiale aufweist.

Strategisch ergeben sich für KFZ-Versicherer verschiedene Handlungsoptionen, die sich zwischen zwei Gegensätzen bewegen.

1. Passives Warten: Einige Unternehmen warten ab, bis vernetzte Autos einen signifikanten Marktanteil ausmachen, um dann direkt auf Daten mit potenziell hoher Qualität zuzugreifen. Das Risiko dieser passiven Strategie ist zum einen der perspektivisch unbestimmte Zeitpunkt, zu dem dieser signifikante Marktanteil erreicht wird und darüber hinaus das damit verbundene Risiko von Marktanteilsverlusten bis zum Markteintritt.

2. Aktives Handeln: Andere nutzen die Chance des unmittelbaren Markteintritts und beschäftigen sich mit existierenden Brückentechnologien. Deren Daten machen eine Unfallerkennung aktuell zwar herausfordernder, allerdings sind sie bereits heute in hoher Zahl verfügbar (fast jeder Kunde besitzt ein Smartphone). Zudem sind die Smartphone-Daten geeignet, um im Rahmen der Weiterentwicklung der KI-basierten Algorithmen als Trainingsdaten genutzt zu werden. Versicherer sammeln so Erfahrungen mit den Möglichkeiten und Grenzen der Unfallerkennung, sind in der Lage datenbasierte Use Cases sinnvoll abzuleiten und beschäftigen sich schon heute mit den dazugehörigen, teils neuartigen Prozessen.

Wir glauben, dass die Transformation hin zur flächendeckenden Verbreitung vernetzter Autos viel Zeit in Anspruch nehmen wird (z.B. aufgrund der aktuell absehbaren zunehmenden Alterung des Fahrzeugbestands) und die Koexistenz der verschiedenen Ansätze noch lange bestehen wird. Einem Versicherer, der mit der Heterogenität der Handlungsoptionen umgehen kann, bietet sich daher ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

Besitzt ein Versicherer erst einmal eine ausreichend große Datenmenge, kann er diese mithilfe verschiedener Methoden der Datenanalyse untersuchen. Hierfür werden KI-basierte Modelle (von Klassifikationsbäumen bis hin zu neuronalen Netzen) entwickelt, die auf Grundlage bekannter Einflussgrößen eine Zielgröße auf Basis der Muster im Datensatz vorhersagen können. Konkrete Anwendungsfälle können hierbei sein, Personenschäden, Fahrtauglichkeit oder konkrete Schadenhöhen einzuschätzen. Hierzu werden Sensordaten (z.B. beschädigte Autoteile sowie Beschleunigung vor und nach dem Unfall) mit kundenspezifischen Daten (etwa Fahrverhalten, Alter oder Wagentyp) intelligent kombiniert. Je genauer dem Sachbearbeiter das Unfallbild schon vor dem Anruf klar ist, desto effizienter kann er dem Geschädigten helfen und Schadenkosten minimieren.

Bei einigen Versicherern ist die Unfallerkennung bereits heute in bestehenden Telematiktarifen integriert. Am Markt gibt es eine Vielzahl von Anbietern für die technische Umsetzung. Aus diesem Grund und aufgrund der Potenziale an datengetriebenen Use Cases, empfehlen wir KFZ-Versicherern, sich frühzeitig mit der Analyse und Bewertung der Optionen im eigenen Geschäftsmodell auseinander zu setzen und sich im Ergebnis zeitnah zu positionieren. Wir unterstützen die Assekuranz bei der strategischen Ausrichtung und Umsetzung mit unserer langjährigen Expertise und Erfahrung, die wir im Rahmen unserer Beratungstätigkeit für die Mehrzahl deutscher Versicherungsunternehmen mit Aktivitäten rund um die Telematik gesammelt haben.
Sprechen Sie Herrn David Feldmann hierzu gerne an.

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Handlungsbedarf zur Implementierung von Nachhaltigkeitspräferenzen im Beratungsprozess

Die EIOPA hat in dieser Woche, zwei Wochen vor dem relevanten Stichtag (02.08.2022) Hinweise zur Integration von Nachhaltigkeitspräferenzen in die Eignungsprüfung gemäß Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD) veröffentlicht.

Interessant ist diese Veröffentlichung, weil die EIOPA explizit darauf hinweist, dass der Prozess der Veröffentlichung von Leitlinien (Guidelines), die im April als Entwurf zur öffentlichen Diskussion gestellt wurden, pausiert und es sich aktuell vielmehr um einen Leitfaden (Guidance) für Versicherungen und Versicherungsvermittler handelt.

Grundsätzlich richtig ist, dass die fehlende zeitliche Synchronisierung laufender Gesetzgebungsinitiativen und damit fehlende Regeln und Anforderungen für die Umsetzung von Leitlinien diesen Schritt erforderlich gemacht haben. Die Branche gewinnt Zeit für die konzeptionelle Auseinandersetzung mit den Anforderungen, gleichwohl setzt die EIOPA auf die Selbstverantwortung der Akteure „verantwortungsvoll“ und „nach besten Kräften“ zu handeln.

Als Partner der Assekuranz empfehlen wir jetzt die Chance zu nutzen und mit der Perspektive auf den 01.01.2023:

  • den Beratungsprozess für Lebensversicherungsprodukte und insbesondere auf die Eignungsprüfung mit Blick auf Produktion und Bestandsgeschäft zu professionalisieren und zu modellieren
  • potenzielle Implikationen der gesetzlichen Anforderungen auf Geschäftsvorfälle im Bestandskundengeschäft zu analysieren, zu bewerten und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen
  • notwendige Vorkehrungen zu treffen, um datenseitig die Bereitstellung der ersten beiden KPI zur Taxonomieverordnung sicherzustellen
  • die fachliche Eignung sämtlicher Vertriebspartner und Mitarbeitenden zu bewerten und notwendige Maßnahmen zur Sicherstellung notwendiger Sachkenntnisse, Kompetenzen und des Mindsets zu ergreifen

Wir beraten Sie mit unserer Erfahrung aus zahlreichen IDD Projekten zu möglichen Handlungsoptionen und entwickeln, gemeinsam mit Ihnen thesenbasierte Lösungsansätze für die glaubhafte Weiterentwicklung zu mehr Nachhaltigkeit in der Beratung und im Vertrieb von Lebensversicherungsprodukten.

Als Ansprechpartner erläutert Axel Kirchhoff Ihnen unser Leistungsangebot.

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Migrationen beherrschbar machen – konkrete Tipps aus über 20 Jahren Projekterfahrung 

Unsere Erfahrung zeigt, dass Aufwand und Zeitplan für Migrationsprojekte in allen Versicherungssparten regelmäßig schnell aus dem Ruder laufen können. Umso wichtiger ist es, aus konkreten und bewährten Praxis Erfahrungen zu lernen und die richtigen Maßnahmen abzuleiten. Wir haben hierzu einige Beobachtungen aus unseren erfolgreich abgeschlossenen Migrationsprojekten aufgeführt, die helfen, Migrationsprojekte beherrschbarer und planbarer zu machen. 

Die Erfahrung zeigt, dass ein Big-Bang eher bei einfachen und homogenen Beständen gelingen wird. Eine „einfache“, erste Tranche bzw. ein Durchstich bringt bei komplexen Beständen meist Sicherheit für das Gesamtvorhaben und bestätigt die gewählte Vorgehensweise.  

In der Praxis hat es sich bewährt, aktuarielle Tarif- und Bestandsanalysen rechtzeitig, z.B. im Rahmen einer Vorstudie durchzuführen und von Beginn an Aktuariat, IT und Operations in alle geplanten Aktivitäten einzubinden. Dies schafft Awareness und hilft, Fehlplanungen oder „weisse Flecken“ frühzeitig zu identifizieren, um zeitnah gegensteuern zu können. Darüber hinaus ist die interdisziplinäre Expertise im Gesamtteam eine solide Basis, um im iterativen Vorgehensmodell Lerneffekte bestmöglich zu nutzen. 

Im Rahmen der GAP-Analysen hilft es, jeweils die Verhältnismäßigkeit der Auswirkungen im Auge zu behalten und beispielsweise die Anzahl der betroffenen Verträge in die Überlegungen mit einzubeziehen. Dies gilt insbesondere für rückwirkende Vertragsänderungen, da üblicherweise keine (längere) Historie migriert wird. Sollten hierfür Workarounds geschaffen werden (bspw. für die Bearbeitung eines Versorgungsausgleichs oder einer rückwirkenden BU-Leistungsanerkennung), dann sollten diese vor der produktiven Migration detailliert beschrieben werden. Dies hilft Operations in der produktiven Durchführung, die oftmals unter Zeitdruck zu erfolgen hat. 

Bei Analyse und Umsetzung der Maßnahmen aus der GAP Analyse gilt es, Vereinheitlichungen nicht um jeden Preis durchzuführen, sondern vielmehr zwischen Detailtreue und Aufwand abzuwägen. Selbst wenn sich Tarifvereinfachungen in einigen Fällen lohnen, gilt dies nicht zwangsläufig immer, insofern bedarf es der Notwendigkeit Aufwand vs. Nutzen im Auge zu behalten. 

Dem Test und der anschließenden Abnahme kommt insbesondere bei Migrationsprojekten eine besondere Bedeutung zu. Der Aufwand hierfür ist in der Regel höher als bei Einführungsprojekten. Deshalb sollten Abnahme– und Qualitätskriterien frühzeitig abgestimmt und festgelegt sowie erforderliche Testumgebungen und Testautomatisierungslösungen bereitgestellt werden. Hierbei ist das aktuarielle Controlling, d.h. die Sicherstellung und der Nachweis einer versicherungstechnisch korrekten Übernahme durch Abgleich der Quell- und Zielwerte, eine zentrale Komponente. Die Erfahrung zeigt, dass der Aufwand für das aktuarielle Controlling durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Aktuariat deutlich reduziert werden kann. 

Zusätzlich zu aktuariellen Aspekten ist die End-to-End-Sicht zur Sicherstellung der Qualität entscheidend. Dies erfordert die systematische Betrachtung von Geschäftsvorfallbearbeitungen auf migrierten Verträgen und die korrekte Versorgung von Schnittstellen und Randsystemen. Die Erfahrung zeigt, dass sich der Aufwand hierfür bezahlbar macht, da Korrekturen in Produktion weitaus aufwändiger sind. In diesem Zusammenhang ist es hilfreich , mehrere Generalproben so produktionsnah wie möglich zu planen und durchzuführen, um Überraschungen im produktiven Betrieb nach Migration zu vermeiden. 

Als Partner der Assekuranz und mit Erfahrung aus zahlreichen erfolgreichen Migrationen stehen wir Ihnen gerne für einen ersten Austausch zur Verfügung. Gerne tauschen wir uns mit Ihnen zu den Erfolgsfaktoren in der Planung, Umsetzung oder Qualitätssicherung Ihrer Migrationsvorhaben aus und beraten Sie in sämtlichen Handlungsfeldern einer Migration. 

Als Experte und Ansprechpartner steht Ihnen Herr Gerald Heger zur Verfügung. 

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AAA Auctor Actor Advisor wird 20!

Heute vor genau 20 Jahren, hat AAA Auctor Actor Advisor die ersten Kunden erfolgreich beraten.

Mit viel Einsatz haben wir Kinderkrankheiten überstanden und aufregende Jugendjahre erlebt – und gerade weil wir längst volljährig sind, bleiben wir neugierig, offen und agil.

Wir freuen uns auf die kommenden Jahre voller spannender Projekte zur Industrialisierung (das war 2002 schon eines der großen Themen), Digitalisierung und Transformation bei unseren Kunden in der Versicherungswirtschaft!

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Unsere Erfahrungen mit agiler Transformation „bottom-up“ – Teil 3

In den ersten beiden Serienteilen haben wir detailliert Projekterfahrungen aus der Anfangsphase [Link Teil 1] und den ersten Monaten einer agilen Transformation [Link Teil 2] beschrieben. Dieser letzte Teil richtet den Blick nach vorne und beschreibt, wie Arbeit und Methoden weiter optimiert werden können, sobald die ersten Hürden erfolgreich genommen wurden. Außerdem gibt er einen Einblick in die Arbeit der AAA zur Agilität.

Zu Beginn und in den ersten Monaten lag der Fokus der Transformation im laufenden Projekt (Dokumentenerstellung im Kontext der Einführung eines Leben-Bestandsführungssystems) vor allem auf der kontinuierlichen Anpassung der Arbeitsprozesse innerhalb des Teams. Eine nach außen gerichtete Kommunikation fand in erster Linie nur im Rahmen der Präsentation von Sprintergebnissen im Review statt.
Der Product Owner (PO) kommunizierte regelmäßig mit der Programmleitung über die geforderten Liefergegenstände, um eine Basis für die Priorisierung der User Stories im Team zu schaffen. Sehr schnell wurde deutlich, dass der direkte bilaterale Austausch mit anderen (agilen) Teams, mit dem Ziel Wissen zu teilen und Planungen besser abzustimmen, fehlte. Im Ergebnis steht die Erkenntnis, dass Vernetzung zwischen den Teams ein wesentlicher Erfolgsfaktor in agilen Projekten ist.

Unsere Empfehlung ist daher, sich als Team im Programm und im Unternehmen intensiv zu synchronisieren. Die Analyse relevanter Stakeholder und Schnittstellen zu anderen Teams ist dabei die Ausgangsbasis, wobei alle Rollen bzw. Mitglieder im Team einbezogen werden.
Während sich POs und Projektleiter zur Planung und Priorisierung von Inhalten abstimmen, tauschen sich Scrum Master zur konzeptionellen Weiterentwicklung der Agilität im Unternehmen und zu Methoden aus. Die Entwickler verschiedener Teams haben parallel dazu eigene Termine zum Austausch technischer Fragestellungen, analog dazu steht der Austausch beteiligter Fachbereiche.
Der Austausch schafft Transparenz, was wiederum zu Erkenntnisgewinn und schlussendlich zu nachhaltigen, übergreifend abgestimmten Lösungen für identifizierte Problemstellungen führt. Dieser Dialog trägt zur Reifung des Teams bei und verbessert dadurch die erzielten Ergebnisse.

Die Projekterfahrungen des Autors wurden mit dem umfangreichen Theorie- und Praxiswissen aus beendeten Projekten der AAA abgeglichen. Zusammengetragen wurde dieses Wissen von der agilen Community des Unternehmens. Ziel der agilen Community ist der Wissensaufbau innerhalb der AAA zu agilen Methoden und Trends, um unsere Kunden anschließend bestmöglich im Rahmen der Transformation beraten zu können. Hierzu werden Themen mit agilem Bezug in einem Backlog priorisiert, in vierwöchigen Sprints jeweils eine Story bearbeitet und mit einem internen Expertenkreis anschließend diskutiert. Die im Backlog priorisierten Themenimpulse resultieren häufig aus Kundensituationen im Kontext agiler Transformation.

Das Aufzeigen von Umsetzungsmöglichkeiten agiler Methoden bei Regulatorik-Projekten, die kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen agilen Frameworks sowie die Analyse von Kennzahlen und Erfolgsmaßstäben waren neben zahlreichen weiteren Themen Bestandteil der internen Lösungsfindung in der agilen Community.

In den drei abgeschlossenen Artikeln wird deutlich, dass agile Transformation kein Selbstläufer ist, sondern in allen Projektphasen aktiv orchestriert und bewirtschaftet werden muss. Unterschiede und Abweichungen zwischen klassischem und agilem Vorgehen müssen identifiziert und gemeinsam mit der Unternehmung sowie mit dem Team gelöst werden. Hier gibt es keine allgemeingültige Best Practice, weshalb die Symbiose zwischen theoretischer Erfahrungsfindung und praktischer Anwendung ungemein wichtig ist. Die AAA bringt diese Kompetenz mit und baut sie in der agilen Community und auf Kundenprojekten immer weiter aus. Wir stehen Ihnen als Diskussions- und Umsetzungspartner rund um das Thema Agilität zur Seite und freuen uns auf Ihre Nachricht. Sprechen Sie Herrn David Feldmann gerne an.

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Kontinuität, Leidenschaft und exzellente Beratung beim Kunden 

Als Partner der Versicherungswirtschaft ist es für uns nicht selbstverständlich auch in diesem Jahr im Rahmen der deutschlandweit umfangreichsten Consulting-Studie von Brand Eins Wissen und Statista als erstklassig identifiziert und wieder als „Beste Berater“ ausgezeichnet worden zu sein.  

Insgesamt haben dies in der Branche Versicherungen nur 38 Unternehmen geschafft und davon wird weit weniger als die Hälfte kontinuierlich seit 2015 ausgezeichnet. Kontinuität ist das eine. Dass wir in der Reihe der kontinuierlich seit 2015 ausgezeichneten Unternehmen zu den Top 3 Unternehmen gehören, welche die bestmögliche Beurteilung von Ihren Klienten erhalten haben, ist das, was uns wieder einmal bestätigt und für die Zukunft herausfordert. 

Es sind unsere MitarbeiterInnen, die mit Leidenschaft jeden Tag hochwertige Beratung bei unseren Kunden erbringen und eine Auszeichnung wie diese erst möglich machen. Damit gilt unser Dank auch in diesem Jahr nicht nur unseren Kunden, sondern auch allen Teammitgliedern die erfolgreich ihren Beitrag geleistet haben. 

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Unsere Erfahrungen mit agiler Transformation „bottom-up“ – Teil 2

Der zweite Teil der Serie zur agilen Transformation handelt von den Erfahrungen, die das Team in den ersten Monaten nach der Umstellung vom Klassischen ins Agile gesammelt hat. Welche Erkenntnisse aus der Initialisierungsphase gewonnen wurden, lesen Sie hier: [Link Teil 1]

Crossfunktionalität ist nach unserem Verständnis eine wesentliche Eigenschaft eines agilen Teams. Sie beschreibt die Fähigkeit des Teams, ohne wesentliche Hilfe von außen ein Inkrement (Produktbestandteil) zu entwickeln und auszuliefern.
Im hier betrachteten Programm wurde ein Bestandsführungssystem für den Bereich Leben implementiert und weiterentwickelt. In diesem Zusammenhang wurden durch ein Projektteam, in dem der Fachbereich Mitglied war, Schriftstücke ausgeliefert. Der Fachbereich definierte die inhaltlichen Vorgaben und übernahm den abschließenden Test. Umgesetzt wurden die Anforderungen nach einer Business Analyse in zwei verschiedenen Softwarelösungen. Die Umsetzung der Anforderungen unter Beteiligung heterogener Akteure erforderte ein intelligentes Schneiden des Teams im agilen Kontext. Nach einigen Sprints stellte sich heraus, dass diese crossfunktionalen Teammeetings immer auf zwei Informationsebenen stattfanden: Fachbereich und Business Analyse konzipierten die Vorgaben, während die Entwickler diese erst anschließend umsetzen konnten. Mit dieser Erkenntnis wurde adjustiert und Dailys ab sofort getrennt voneinander durchgeführt. Was zunächst sinnvoll erschien, da sich die einzelnen Teammitglieder ausschließlich auf die für sie relevanten Termine fokussierten, führte jedoch dazu, dass die Kommunikation zwischen Fachbereich/Business Analyse und Entwicklung sich im Wesentlichen auf die Refinements beschränkte. Die Umsetzungsgeschwindigkeit verlangsamte sich, da Rückfragen zu Anforderungen zu zögerlich und fachlich nicht ausreichend spezifisch gestellt wurden. Ein kontinuierliches, gemeinsames Arbeiten an den Produktanforderungen über kurze Wege ist wesentlich für den Erfolg und muss vom Team eingefordert werden. Alles, was nicht im direkten Wirkungsradius des Teams liegt, im Projekt beispielsweise die Erstellung der Testfälle, verringert merklich die Velocity (Umfang an Aufgaben, die das Team in einem Sprint erledigt). Sinnvoll geschnittene und vorbereitete Sprint-Events, Integration von Skills in das Team sowie regelmäßige Absprachen außerhalb der festen Termine sind die entscheidenden Erfolgsfaktoren.

Positiv zu erwähnen ist das Releasemanagement im Programm. Für die drei Output-Teams im Projekt gab es einen Releasemanager, der die Deployments koordinierte und sich mit dem übergreifenden Programm-Releasemanagement für die Bestandssoftware abstimmte. Die anstehenden Deployments wurden in den Plannings berücksichtigt. Darüber hinaus gab es einen täglichen Austausch dazu, was wann auf welche Umgebung deployed werden musste. Ohne einen zentralen Koordinator und feste Deploymentstrukturen laufen Softwareinstallationen unstrukturiert ab, was in einer Projektphase ohne Releasemanager für drei Teams offensichtlich wurde.

An den genannten Beispielen wird deutlich, dass Agilität vor allem davon lebt, dass jedes Team sein eigenes Vorgehen retrospektiv regelmäßig hinterfragt und auf aktuelle Gegebenheiten anpasst. Nach einigen Sprints pendelt sich ein funktionierendes Vorgehen ein, wobei es auch zulässig ist, agile Methoden nicht immer streng nach Lehrbuch, sondern sinnvoll für das Team und für das Projekt anzuwenden: Wenn eine Methode nicht funktioniert, passt das Team sie an. Ganz nach dem Motto: Überprüfung (inspection) und Anpassung (adaption) des täglichen Handelns.

Wie beim letzten Teil gilt auch hier: Bei Fragen und Wünschen kommen Sie gerne auf Herrn David Feldmann zu.